|
08. März 2007
„Hainburg hält nichts von Ausbauplänen für Staudinger“

CDU-Vorsitzender Jürgen Harrer: „Grenzen der Belastungen
für die Region sind bereits heute erreicht“ – CDU
kündigt massiven Widerstand an - gelungene
Infoveranstaltung der Gemeinde
Als
„rundherum gelungene Veranstaltung“ hat die Hainburger
CDU die Informationsveranstaltung des Gemeindevorstands
zum Thema „Ausbau des Staudinger-Kraftwerks“ bewertet.
„Die Hainburger Politik und die Hainburger Bürger haben
den Vertretern des e.on-Kraftwerks deutlich gemacht, was
wir von den Ausbauplänen halten. Auf einen Nenner
gebracht heißt dies: Nichts!“, sagte der Hainburger
CDU-Vorsitzende Jürgen Harrer.
Harrer betonte, dass „wir alle uns zur Verfügung
stehenden Mittel ausschöpfen werden, um diese
Ausbauplanung zu verhindern. Das geht damit los, dass
wir ein länderübergreifendes Raumordnungsverfahren (ROV)
einfordern, das ja bekanntlich von den
e.on-Verantwortlichen abgelehnt wird. Wir sind jedoch
davon überzeugt, dass nur ein solches Verfahren den
Anrainerkommunen die nötige Transparenz und die nötige
Untersuchungstiefe garantiert.“ Hierzu stehe er mit dem
Landtagsabgeordneten Frank Lortz, der sich ebenfalls für
ein ROV einsetze, und der Landesregierung in Kontakt.
„Allein das, was uns heute bereits an Informationen zum
Kraftwerk-Ausbau vorliegt, reicht aus, um sich
entschieden gegen die Ausbaupläne zu positionieren“,
sagte der Hainburger CDU-Vorsitzende. So solle ein 180
Meter hoher Kühlturm und ein 120 Meter hohes Kesselhaus
gebaut werden. „In der Konsequenz schauen die Hainburger
Bürgerinnen und Bürger insbesondere aus dem Ortsteil
Hainstadt mit Blick nach Hanau auf eine Betonwand. Nun
könnte man sagen, dass wir uns mittlerweile an den
Anblick von Kühltürmen und Staudinger-Schloten gewöhnt
haben sollten. Aber diese Dimension, die uns nach dem
Ausbau erwartet, sprengt jeden Rahmen.“
Viel wichtiger seien jedoch umweltrelevante Aspekte.
„Wir leben in einer Region, die schon heute zu den am
stärksten belasteten Deutschlands gehört.
Feinstaubbelastung und die Belastung der Luft
beispielsweise mit Schwefeldioxid oder Stickstoffoxiden
sind für uns bereits heute schon bittere Realität. Aber
diese Belastung muss auch einmal eine Grenze haben, die
jedoch mit dem skizzierten Ausbau weiter deutlich
überschritten wird“, sagte Harrer. „Wir wollen aber
nicht noch mehr Feinstaubbelastung, nicht noch mehr
Schadstoffausstoß, nicht noch mehr Belastung der
Atemluft, die zweifelsohne kommen würde, wenn tagtäglich
9.240 Tonnen Steinkohle im neuen Block 6 verfeuert
würden. Kurz gesagt: Hainburg sagt Nein zu den
Staudinger-Ausbauplänen.“
Die CDU werde sich dafür einsetzen, dass die Gemeinde zu
gegebener Zeit einen juristischen Beistand beauftragt,
um „uns in allen entscheidenden Phasen juristisch zu
beraten. Und wenn es am Ende so kommen sollte, dass die
Ausbauplanungen vor Gericht landen werden, werden wir
entsprechend vertreten sein“, sagte der CDU-Vorsitzende.
„Wir werden weiter über unseren Bürgermeister Kontakt zu
anderen Städten und Gemeinden aufnehmen, die sich
ebenfalls gegen die Ausbaupläne ausgesprochen haben –
wie zum Beispiel jüngst die Stadt Alzenau. Was für uns
im Kleinen gilt, gilt erst recht im Großen: Nur
gemeinsam sind wir stark, und wenn es uns gelingt, ein
abgestimmtes Vorgehen aller Städte und Gemeinden mit
einem evtl. gemeinsamen Anwalt auf die Beine zu stellen,
würde der Widerstand auf eine extrem breite Basis
gestellt sein.“
Die CDU werde mit den anderen Fraktionen im Hainburger
Gemeindeparlament den weiteren Weg des Widerstands gegen
die Ausbaupläne in einer Sonderausschusssitzung am
nächsten Donnerstag abstimmen. Harrer forderte alle
Gemeindevertreter auf, „an einem Strang zu ziehen, um
den Widerstand auf eine breite Basis zu stellen. Dieses
Thema eignet sich nicht, dass sich einzelne mit
unabgestimmten Alleingängen versuchen zu profilieren.
Vielmehr sollten wir abgestimmt und koordiniert alle
Register ziehen, um die Ausbaupläne zu stoppen. Nur dann
haben wir eine Chance, unsere Belange gegenüber den
Entscheidern erfolgreich geltend zu machen“, erklärte
der CDU-Vorsitzende abschließend
|